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Robinhood 2.0? Speller landjugend takes over majority of shares in deere&company

Damit hätten wohl selbst die abgebrühtesten Hedgefonds-Manager nicht gerechnet.
Dass ein internationaler Landmaschinenkonzern von einer Gruppe übernommen wird, der man sonst eher die Übernahme des Kneipen-Bierdeckels zutraut, verwundert selbst Experten. Und doch ist es der Speller Landjugend über konzentrierte Aktionen gelungen, in den letzten Monaten 52,79% der John Deere Aktien auf sich zu vereinen. Sie stellen somit die Mehrheit am Unternehmen und so wird wohl bald ein moorig emsländischer Wind in den Zentralen in Kaiserslautern und Moline, Illinois wehen. Wir konnten exclusiv via Videokonferenz (unter teils erschwerten Bedingungen) mit einem der neuen Mehrheitseigner sprechen. Sein Bericht klingt nahezu unglaublich:

Erster Akt: Die Speller Gamestop-Investoren

Wir schreiben November 2020. Bei ihrem allmonatlichen Stammtisch (dank Corona nur digital) diskutiert die Landjugend, ob der Speller Landjugendball 2021 stattfinden soll.“Ich weiß das noch genau, es ging heiß her, denn wir müssten ja die Kosten bei Ausfall tragen. Aber Einige wollten Den unbedingt starten und irgendwann hat der Mathias einfach reingerufen ‚Zur Not bezahl ich die Party allein! Ich kann das!’“ so unser Informant im Gespräch. „Wir haben dann alle mal laut aufgelacht; eine Party für 2000 Leute selbst bezahlen, als ob er das als ITler könnte. Nach einigen Witzen auf seine Kosten platzte ihm dann aber der Hut. ‚Bitcoin! Was habt ihr 2012 gemacht? Ich hab Bitcoin geschürft. Und gekauft! Ich kann euch damit zusch****‘ (Anmerkung der Redaktion: zu….friedenstellend viel Kapital zur Verfügung stellen) Da waren wir natürlich erstmal baff; outet sich einfach mal ein Bitcoin-Millionär in unseren Reihen.

Da kamen dann erstmal Fragen auf, warum er denn nichts gesagt hat, wo unsere Lokalrunde bleibt, etc. etc.. Irgendwann sind ihm dann nach und nach 4 Leute beigesprungen, die wohl ebenfalls Glück mit der ein oder anderen Cryptowährung gehabt hatten.“ so unser Informant. So outete sich an diesem herbstlichen Novemberabend die Speller Landjugend nach und nach zur wohl wohlhabendsten Landjugend Deutschlands. „Der Mathias konnte uns übrigends garkeine Lokalrunde ausgeben, der hatte ja Ende 2018 erstmal die ganze Kohle in Tesla Aktien investiert und danach noch gegen Wirecard gewettet“. Man habe dann zunächst einmal beschlossen, dass der Speller Landjugendball stattfindet. „Und Mathias das bezahlt“ grinst unser Informant. „Der hatte da auch garkein Problem, meinte nur ‚Dank Gamestop ist das dann echt nur Taschengeld‘. Da sind wir dann noch neugieriger geworden und er hat uns diese Reddit-Gruppe gezeigt und uns erklärt, was ein Short Squeeze ist.

Wir haben rumgejuckst, wie cool das wäre, da mit zumachen und …. naja…. nach 15 ColaKorn vor’m Bildschirm waren wir plötzlich alle ziemlich stark investiert“. So lag nun erstmal sehr viel Speller Geld bei einer us-amerikanischen Spieleshop-Kette an der Börse.

Nach erstem Kater und ernsthafteren Analysen kam man zu dem Schluss, dass Ausprobieren sinnvoller war, als direkt wieder auszusteigen. „Zumal wir mit unserer Aktion den Preis schon um 10% getrieben hatten“, so der Informant. Man habe auch eigentlich Stillschweigen vereinbart, aber wie das so ist auf dem Dorf, es macht dann in manchen Kreisen doch die Runde. „Der Marc-Kevin hat wohl beim Gladbach-Stammtisch getönt, er würde bald Speller Unternehmen übernehmen“(an dieser Stelle lacht unser Informant nach seinem vierten Colakorn; er ist langsam warm)“, das wollte der eine anwesende Speller Unternehmer nicht auf sich sitzen lassen. Als Marc-Kevin ihm vom ShortSqueeze erzählte, fand er das aber gut und hat ihm direkt Geld gegeben, damit er für ihn mit Investiert. ‚ Wir machen da Fifty Fifty, das Auspressending klingt interessant und mit Pressen kenn ich mich ja aus“. So gingen nochmal ein paar Millionen in Gamestop.

Zweiter Akt: Erster Zahltag und neuerlicher Unsinn

Am 28.01.2021 stieg die Speller Landjugend und der nicht näher genannte Unternehmer bei Gamestop aus. „28 ist die Glückszahl unseres Kassenwarts …. und sein Cola Korn-Rekord beim Schützenfest“ begründet der Informant ziemlich schlüssig. „Hat sich auch für uns bewährt“. So wurde aus der wahrscheinlich reichsten Landjugend Deutschlands die wohl definitiv reichste Landjugend weltweit. „So viel Geld wollten wir jetzt natürlich nicht einfach auf der Bank liegen lassen. Der Jonas arbeitet bei der Sparkasse in Spelle und der verliert doch ständig sein Handy. Das war uns zu risikoreich.“ Zunächst wollte man es in Goldform bei der Freuwilligen Feierwehr lagern und beim Landjugendfest als Tresen verwenden, „der **** (nichtgenannter Unternehmer) hatte angeboten, bei der Logistik zu unterstützen. Der kennt wohl so ziemlich jeden Spediteur in Deutschland“. Aber der Niklas wollte sich einen neuen Traktor kaufen. John Deere 715R, ein tolles Teil. Den wollten wir dann alle haben, also sind wir mit alle Mann (zu je 1,5m Abstand) zum lokalen John Deere Händler gegangen und haben jeder erstmal so 5-10 Traktoren bestellt; war ja jetzt eher ein Taschengeld. Der Händler hat gescherzt, ob wir John Deere aufkaufen wollen. Das hat uns natürlich irgendwie angefixt“ grinst unser Informant.

Dritter Akt: Die Übernahme als Meisterstück

Als John Deere am 04. Februar die Teilnahme an der agritechnica2021 absagt, merken die Landjugendler, dass da was im Busch ist. „Bei all dem Corona; wenn man die Weltleitmesse absagt, dann muss es finanziell echt eng sein. Also haben wir beschlossen, den Hirsch zu erlegen“ lallt unser Informant mittlerweile. Bei der letzten Runde Getränke war wohl auch ein U-Boot (Bier + Jägermeister) dabei und der Hirsch hat scheinbar diesmal ihn erlegt.

Auch andere Marktteilnehmer erkannten die Gunst der Stunde, so kaufte auch Bill Gates; Gründer von Microsoft kürzlich Aktien nach.

Man kaufte und kaufte und kaufte also Aktien, sodass man bei der Hauptversammlung am 24.02. schon einiges vorzuweisen hatte und traf dort auf eben jenen Bill Gates. „Der war die ganze Zeit nur am schimpfen. Die Mitarbeiter müssten mehr arbeiten, ‚da muss Windows auf die Terminals‘, ‚die Maschinen sind zu hoch, die muss man runterfahren können‘, mecker mecker mecker. Nur am Schimpfen! Wir sind aber alle überzeugte Schimpfgegner und das hab wir ihm klar gemacht. Nach einigem Hin und Her „(unser Informant grinst, wir sparen uns Nachfragen)“ hat er uns dann seine Anteile überlassen; recht günstig sogar. Und damit hatten wir zusammen plötzlich 52,79%, also die Mehrheit“. Das wurde zunächst einmal gefeiert, aber bald kehrte auch etwas Ernst in die Sache ein.

Erste Schritte in eine bessere Zukunft

In der letzten Sitzung wurden nun die ersten Schritte besprochen und man war sich einig, dass die folgenden Änderungen wohl unabdingbar sind:

  • Neue Felgenfarbe: „Da waren wir uns direkt einig, die Traktoren sind cool, aber dat Gelb geht garnich.“ John Deere wird daher wohl zukünftig auf silbernen Felgen unterwegs sein
  • Maschinensoftware wird OpenSource: „Das war dem Jan aus der IT ganz wichtig. Der nutzt die Zapfwelle seines Traktors, um das Karussel seines Juniors anzutreiben und bei 800UPM wird dem immer schlecht. Das will er besser regulieren“
  • Mehr Biodiversität auf der Motorhaube: „Die Carina möchte was für die Biodiversität tun. Also haben wir beschlossen, den Hirsch teilweise zu ersetzen.“ Die Traktoren der 7er-Reihe ziert demnächst ein altes Bentheimer Landschwein, auf die Häcksler kommt ein Jaguar.
  • FrontZapfwelle wird durch FrontZapfhahn ersetzt: „Die Frontzapfwelle fanden wir sinnlos, ein Zapfhahn hilft allen. Und erhöht das Verständnis der Bevölkerung, wenn man sich an der Ampel ein Bierchen zapfen kann“.
  • Farbaufhellung durch Zugabe von Weizenmehl: „Wir wollten den Landwirten etwas zurückgeben, indem wir ihre Erzeugnisse nutzen. Daher haben wir beschlossen, etwas Weizenmehl in die Farben zu mischen. Das Grün wird dadurch etwas heller, das Gelb etwas beiger. Der Guido meinte, das sähe jetzt ‚kroniger‘ aus; weiß nicht, was er damit meint. Ausserdem ist jetzt etwas Felgengelb übrig, das bappen wir auf die Motorhaube.“

So sehen die Traktoren des amerikanischen Herstellers wohl zukünftig aus; geht es nach den neuen Großanteilseignern aus Deutschland.

Zu große Änderungen will man aber dann doch nicht wagen. „Wir sind halt ganz neu im Traktorenbusiness, sowas gibt’s in Spelle ja nicht. Vor allem so kleine Traktoren zwischen 70 und 500 PS. Da gehen wir lieber kleine Schritte, bevor es nachher heißt ‚Nothing ruins like a deere’“.

Den Mitarbeitern reichen die neuen Besitzer des Weltmarktführers jedoch gerne die Hand zur Freundschaft: „Wir laden alle Mitarbeiter der Werke weltweit mit Freude zu unserem Landjugendball ein. Wenn ihr euren Mitarbeiterausweis vorzeigt, bekommt ihr die ersten 3 Cola Korn für lau. Mathias zahlt!“. Mit diesen Worten kippt unser Informant vom Stuhl, er hat sein Tagesziel erreicht.

Besagter Landjugendball findet übrigens am 02. April statt. Am ersten April beschränkt man sich auf unglaubwürdige Pressemeldungen.

Update; 1. April 2021, 18:00

Mittlerweile hat uns unser Informant erlaubt, ein Bild von ihm zu veröffentlichen und ihn zu zitieren: